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   randolph.broemer

2002 06 23 Seglerschlepp
Diablotin 2000 F3A
FOX Testbericht
SWIFT S1 4.5m

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2002 06 23 Seglerschlepp
Diablotin 2000 F3A
FOX Testbericht
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SWIFT S1 4.5m
Der mit den drei magischen Buchstaben:

FOX (Video für Modem/ISDN oder DSL im RealVideo Format)

Ein Voll-GFK-CFK Modell im Vertrieb von Gerhard Pollack Modellbau

Da stehe ich nun, mit mehr als ein Jahrzehnt in Erfahrungen im F3 A und F3 B Bereich hinter mir, zwingt mich nun meine neue berufliche Zukunft einen Weg zu beschreiten, der mir nicht mehr die Zeitintensivität zur Verfügung stellt, die ich für diese Sportarten bräuchte.

Doch so mir nichts Dir nichts das Wettbewerbsmässige Fliegen aufzugeben bin ich nicht bereit! Also heißt es, sich einer neuen, reizvollen Herausforderung in unserem Hobby zu stellen! Was liegt näher, als die gesammelten Erfahrungen zu vereinen und in die noch sehr junge, attraktive Sparte des Segelkunstflugs, organisiert im Dachverband des DMFV, zu wechseln?

Doch der Reihe nach, ging es doch ersteinmal darum, einen geeigneten Hersteller zu finden, der meine Wünsche mit seinem Erfahrungspotential abgleicht und in die Tat umzusetzen versteht. Ein Schriftwechsel mit den unterschiedlichsten Herstellern wurde getätigt, bis die Wahl schließlich auf den Vertrieb und Hersteller Gerhard Pollack viel. Unterstützt wurde die Auswahl dadurch, das sich Hr. Pollack verständlich zeigte, auf meine Wünsche, in Bezug auf die konstruktiven Änderungen der Modelle einzugehen. Jetzt werden einige denken: Ja, ja, der bekommt die Modelle in einer Bauausführung an die ein normaler Modellflieger überhaupt nicht herankommt! Weit gefehlt denn, so versprach mir Hr. Pollack, das die von mir geforderten Änderungen in die Serienbausätze mit einfließen werden!

Sachverhalt:

Unlängst wurde in der Vergangenheit eine Vielzahl von Testberichten über genau diesen Modelltyp unterschiedlichster Konstellation berichtet. Und nun schon wieder Testbericht, über genau diesen Typ von Modell. Was soll das? Das Modell FOX, egal von welchem Hersteller auch immer, ist ein Modell was man unbedenklich kaufen kann. Hat man sich auf eine Modellgrösse geeinigt, telefoniert man mit einem Hersteller seiner Wahl und bestellt sein liebstes Kind. Punkt, aus ende, basta! Das ist die Erfahrung die der Leser in den letzten 2 bis 3 Jahren machen mußte, wenn man den einschlägigen Testberichten in der Vergangenheit glauben schenken darf. Sicher ist auch, das nachdem die Lieferzeit des Herstellers überstanden ist, das Modell fertigzubauen und dann irgendwann einmal, zum heißersehnten Moment des Fliegens kommt. Nach erfolgreicher Abstimmung von Schwerpunkt, Ruderausschlägen etc. vorausgesetzt, darf man ein mehr oder weniger "gutgehendes Teil" sein eigen nennen und Stolz darauf sein.

Wie gesagt, bis hier unterscheidet sich der FOX von Pollack nicht von anderen Herstellern. Doch was passiert in der Zwischenzeit ?

Wird die Auslieferungszeit eingehalten? Ist der Bausatz in dem Vorfertigungsgrat und vor allem in der Qualität, die man sich vorgestellt und vom Hersteller versprochen wurde? Ist der Hersteller in der Bauphase des Modells, als kompetenter Ansprechpartner bei wichtigen Fragen erreichbar? Nicht zu guter letzt, fliegt das Modell denn auch wirklich so, wie es der Hersteller versprochen hat? All das sind genau die Themen die mich beschäftigen, bevor ich die Bestellung eines Modells auslöse!

Um es kurz zu machen, auch bei mir verzögerte sich die Auslieferung. Der Grund bestand allerdings in der Tatsache, das Hr. Pollack beide Modelle, die ich bestellt hatte, zusammen ausliefern wollte! Im Vorfeld äußerte ich noch diverse Extrawünsche in der Bauausführung meiner Modelle. Diese wurden anstandslos von Hr. Pollack aufgenommen und flossen in die Realisierung der Modelle mit ein! Nachdem ich die Modelle dann in den eigenen Händen halten durfte, konnte nun endlich mit dem Bau der Modelle begonnen werden.

Der Rumpf:

Viel gibt es eigentlich nicht zu berichten, denn der große Rumpf bietet reichlich Platz für alle erdenklichen Ausbaustufen. Dieser wird komplett in der GFK/CFK- Kevlarbauweise erstellt! Als Oberfläche dient das bekannte weiße Vorgelat und nur mit einer kleinen Verbindungsnaht zwischen den beiden Trennebenen versehen, stellt dieser ein absolutes Spitzenteil dar! Z.B. werden CFK- Rovings in diesem Verbundsystem mit eingearbeitet. Diese sind als Verstärkung in der gesamten Rumpfseite vorgesehen. Dadurch können zusätzliche Verstärkungen gänzlich entfallen! In meinem Fall wurde, wie auf den Fotos gut zu sehen ist, auf einen Cockpitausbau verzichtet. Ich gehe lieber fliegen, als ein halbes Jahr im Keller zu stehen! Das ist allerdings Geschmackssache und ich würde, wenn ich die baulichen Fähigkeiten hätte, sicherlich nicht auf ein ausgebautes Cockpit verzichten! Hebt sie doch den optischen Stellenwert dieses Modells ganz gewaltig. Na ja, no Body is perfekt! Als alter F3 A Flieger halte ich es eben mehr mit dem fliegen als mit dem bauen.

Die Tragwerke:

Sie werden in der bekannten Hartschalentechnik aufgebaut und sind jetzt an allen, aber wirklich an allen notwendigen Stellen mit CFK/GFK verstärkt! Es kommt ein durchgehender Holm zur Anwendung, der auch in der aufgebleiten Akro- Version ( 10 Kg.!!! ) ein durchbiegen der Tragflächen nur in den absoluten "Gewaltfiguren" minimal erkennen läßt! Als Dreh- und Angelpunkt der fertig ausgeschnittenen Ruder, ist der spaltfreie Übergang an der Oberseite mittels Abreißgewebe und Silikonscharnier als Befestigung realisiert. An der Unterseite der Tragwerke ist ein Spalt von ca. 5 mm zu überbrücken, der durch Tesaband oder ähnliches selbst herzustellen ist. ( Dieser betrug mehr als 10 mm und wurde auf meine Wünsche hin reduziert ). Die Störklappen kommen in der doppelstöckigen- Ausführung zur Anwendung und sind bereits Flugvertig eingebaut. Sie werden betätigt über je ein Servo in der Tragfläche. Für das Einziehen der verdrillten Verlängerungskabel der Querruderservos, nur solche sollten zur Anwendung kommen, wurde auch hier vom Hersteller die notwendigen Lehrrohre vorgesehen. Wieder ein positiver Eindruck, den dieser Bausatz hinterläßt. Weiß man doch, das es genau diese "Kleinigkeiten" sind, die einen schier zur Verzweiflung bringen können, wenn diese nicht vorhanden sind. Als Oberfläche dient auch hier weißes Vorgelat, so das insgesamt eine einheitliche Oberflächenstruktur zur Verfügung steht. Die Passungen von Rumpf- Tragfläche sind hervorragend und bedürfen keiner Nacharbeit. ( Siehe Fotos )

Nur zur Info: Durch eine Oberflächenbehandlung mittels Schleifpolitur und anschließender Hartwachsbeschichtung läßt sich die Oberfläche von "Seidenmatt" bis "Hochglänzend" variieren.

Das Seitenruder:

Dieses wird in Voll- GFK geliefert. Also ohne Stützstoff. Auch hier gilt: Es muß nichts abgeschnitten, oder angespachtelt werden! Es "paßt" einfach!

Gegenüber des Herstellers, der empfiehlt das Seitenruder direkt auf das im hinteren Rumpfbereich eingesetzte Servo zu stecken, wurde hier eine Anlenkung direkt aus dem Rumpfmittelteil bevorzugt. Diese ist absolut spielfrei über Seilfluglitze ausgeführt und ermöglicht einen Ruderausschlag von mehr als 50 Grad rechts und links zur Rumpfmittellachse.

Die Höhenruderanlenkung:

Back to the Roots, kann ich nur sagen. Realisiert wurde Sie durch eine 6 mm CFK- Stange. Diese integriert auf beiden Seiten eine 3 mm Gewindestange, auf die dann die passenden Gabelköpfe aufgeschraubt werden. Abgefangen wird diese Einheit über ein einziges, beidseitig CFK- beschichtetes 5 mm Hartbalsa. Plaziert in der hinteren Rumpfmitte, ergibt sich daraus eine absolut spielfreie Anlenkung. Was will man mehr ?

Flugeigenschaften:

Nach nur sechs Wochen halbintensiver Bauzeit, die sich mehr auf die Wochenenden beschränkte, war es nun endlich soweit. Das Modell stand hinter einer starken Schleppmaschine meines Freundes Kurt Tiedke und wurde nun in das Element übergeben, wofür es erschaffen worden ist. Also ersteinmal in eine ordentliche Schlepphöhe befördert, zieht der FOX ruhig und brav hinter der Schleppmaschine seine Kreise und macht keine Anstalten je etwas anderes getan zu haben. Dieser Umstand beruhigt den Piloten sehr und schafft Vertrauen. Hier zeigt sich sofort, das sämtliche Ruder- und Schwerpunkteinstellungen, die aus der Bauanleitung übernommen wurden, nicht in herzzerreißende Attacken endeten. Die Veränderungen gegenüber der Bauanleitung, sind nachstehend aufgelistet und wurden mir von Hr. Pollack bestätigt:

1) EWD Verringerung auf 0,4 Grad ( Hier ist an der Vorderkante des Höhenruders 1,1 mm unterzufüttern ).

2) Die Ruderausschläge sind laut nachstehender Tabelle einzustellen.

2) Eine Aufballastierung in der Rumpfzelle ist zu berücksichtigen ( Für den Akro-Einsatz unbedingt notwendig, weil der Bausatz zu leicht ist )!

3) Austausch des 20 mm Glasstabes in einen gehärteten Stahlstab ( bringt schon mal 1,1 Kg mehr an Gewicht )!

4) Eine Verstärkung des Rumpfes im Bereich des Flächensteckungsrohres, sind unbedingt notwendig und werden jetzt durch eine Zuarbeit von Hr. Pollack in Form einer Schablone beigefügt )! ( Wer will schon nach dem Erstflug den Stahlstab mit der "Flex" durchsägen, um Ihn wieder aus dem Rumpf ziehen zu können )?!

Ergebnis:

Dieses ist sachlich und kritisch zu beurteilen natürlich sehr schwer, hängt es doch immer von den unterschiedlichsten Faktoren ab.

1) Fähigkeiten des Piloten. 2) Konstruktive Auslegung des Modells ( Biege- und Torsionsfestigkeit der Tragflächen, Schwerpunkt, Ruderabstimmungen in den geforderten Flugzuständen, etc. ).

Hält man sich an die oben aufgeführten Punkte, erhält man mit dem FOX von Gerhard Pollack ein Gerät, welches die absolute Präzision im Segelkunstflug ermöglicht! Aber in der Thermikschwachen Zeit, den Piloten dieses FOXES nicht als ersten zwingt zur Landung antreten zu müssen! Anmerkung: Diverse male konnte der Autor nach erfolgreichem Schlepp mit anschließendem Akro- Programm, in wenigen Metern Höhe wieder in ein neu gefundenes Aufwindfeld einsteigen und die Segelflugkollegen, die sich genau in diesem "Bart" befanden deutlich distanzieren! Ich erlaube mir ein solches Urteil abgeben zu dürfen, denn in der Vergangenheit mußte ich, in den unterschiedlichsten Modellflugkategorien, mein Können unter Beweis stellen. Ein kleiner Auszug ist nachstehend aufgelistet und gibt mir sicherlich recht!

  • C-Kader Nord F3A 4`ter der Gesamtwertung 1994
  • C-Kader Nord F3A Sieger der Gesamtwertung 1995
  • C-Kader Nord F3A Sieger der Gesamtwertung 1996
  • Berliner Meister F3B/A Sieger in den Jahresrunden 1994,95,96,97,98,99
  • C-Kader Nord Aufstieg F3B Sieger in der Jahresrunde 1997
  • Sieger des Peter Matz Pokals ( F3B/A ) in den Jahresrunden 1997,98
  • B-Kader Klasse F3B Vieze-Deutscher Meister 1998 ( Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft )
  • Teilnehmer an der Weltmeisterschaft in Süd Afrika F3B 1999
  • Dritter des Dörnbergpokales 1999 in der Klasse F3B ( Eurotour `99 )
  • Zweiter des Internationalen Wettbewerbes in der Klasse F3B in Neuhardenberg ( Eurotour /99 )
  • Weltrekordhalter in der Klasse F3B-Speed mit 13,89 sec. ( Erflogen 1999 in Hannover/ Langenhagen auf dem dortigem Speedpokal )
  • B-Kader Klasse F3B Vierter der Deutschen Meisterschaft 1999 )

( Viele nicht aufgeführte Wettbewerbserfolge auf Nationaler Ebene in Elektro z.B. würden den Rahmen sprengen und sind sicherlich als irreführend zu bezeichnen ).

Ich weiß genau, was der eine oder der andere unter Ihnen, nach lesen der oben aufgeführten Zeilen denkt!? Muß denn so auf den Putz gehauen werden? Reicht dieser Testbericht nicht aus? Nein, und nochmals nein ist meine Antwort!

Ich will damit nur zu verstehen geben, das hier nicht irgendwer etwas schreibt, der keine Ahnung hat was er hier zu Papier bringt!

Doch lassen wir, unabhängig davon umstehende Modellflieger Ihren Beitrag leisten, die den FOX in Aktion gesehen haben:

"Wir haben schon viele FOXE fliegen sehen, aber keinen der ein solch weites Leistungsspektrum abdeckt und so gut "geht" wie dieser FOX."

Deshalb gilt: In direkter Gegenüberstellung auf den am Markt befindlichen Modellen anderer Hersteller braucht sich der FOX von Gerhard Pollack nicht zu verstecken. Ja man gewinnt sogar den Eindruck das der "Pollack FOX" den direkten Vergleich zur Konkurrenz sucht und diesen ganz sicher nicht als zweiter verlassen wird!

Ruderabstimmungen:

Schwerpunkt: 102 mm ( Gemessen an der Vorderkante Tragflächen )

EWD: 0,4 Grad

Akro:

  • Höhenruder: neutral
  • Querruder: oben 17mm, unten 12 mm, 25% Expo
  • Höhenruder: oben 13mm, unten 11 mm, 20% Expo
  • Seitenruder: so viel wie möglich, 45% Expo

Strecke:

  • Höhenruder: 1mm positiv
  • Querruder: oben 12mm, unten 7mm, 15% Expo
  • Höhenruder: oben 10mm, unten 8mm, 10% Expo
  • Seitenruder: 30 Grad links und rechts, 20% Expo

Thermik:

  • Höhenruder: 3mm positiv
  • Querruder: oben 10mm, unten 4mm, 0% Expo
  • Höhenruder: oben 7mm, unten 5mm, 0% Expo
  • Seitenruder: 30 Grad links und rechts, 10% Expo
( Positive Verwölbung der langen Querruder, erbrachten keine Leistungssteigerung ).

Gewichte:

Mit 20 mm Glasstab, Doppelstromversorgung und zwei 2400 Akkus: 7,25 Kg, 8,35 Kg mit 20 mm Stahlstab. In der Akroversion mit Aufballastierung: 10 Kg.

Bezugsquelle:
Gerhard Pollack
Turnitzstrasse 40
91522 Ansbach
Tel./ Fax: 098114224
www.modellbau-pollack.de
info@modellbau-pollack.de

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